Vor allem Besucher, die in einer Gruppe die Mauern erklimmen, müssen sich häufig erst an die lauten Proklamationen, die über der Stadt Jerusalem ertönen, gewöhnen. Einzelne Besucher wissen häufiger besser Bescheid und sind darauf vorbereitet. Sie haben eine bewusste Wahl getroffen, wenn sie mitlaufen. Die Gruppenmitglieder haben diese Wahl meistens nicht so bewusst getroffen. Die Proklamationstour steht nun einmal im Programm ... Dennoch reagieren die Menschen nach Beendigung der Tour positiv auf die 'Proklamationserfahrung'.
Die 'alten Propheten' ...
Vielen klingen die proklamierten Texte aus den 'alten Propheten' neu in den Ohren. Verwunderte Reaktionen, wenn es scheint, dass wir heute in einer Zeit leben, in der viele alte Prophetien erfüllt werden. Für viele ist die Tour der Anlass dafür, die dicke Staubschicht des „Ersten Bundes“ (zu Unrecht „Altes Testament“ genannt) wegzufegen. Sicher, genau in unseren Tagen sprechen die alten Propheten eine deutliche Sprache
Wir können uns nicht länger hinter der Unwissenheit verstecken. Diese Zeit liegt definitiv hinter uns. Gestern lief eine Studentin mit uns mit, die wochenlang in Jerusalem war, um an einer Untersuchung über das Verhältnis zwischen Juden und Arabern zu arbeiten. Nichts falsch damit. Schon schnell schien es, dass sie jedoch keine oder nur wenige Kenntnisse von dem prophetischen Inhalt des Wortes Gottes im Hinblick auf diese gespannte 'familiäre' Beziehung hatte. Ihr Mund blieb offen stehen, als sie die jahrhundertealten Texte aus Gottes Wort hörte. Auf meine Frage, wer ihre Untersuchungen leite, antwortete sie, dass es ein echter Pfarrer sei. Um ehrlich zu sein – ich war davon erschrocken. Verstecken sich 'geistliche' Leiter hinter der Unwissenheit oder begrüßen sie eine politisch korrekte Form des 'religiösen Humanismus'?
In einer eineinhalbstündigen Tour auf der Mauer wurde das Fundament ihrer Untersuchungen stark erschüttert. Hastig notierte sie wichtige Texte. Sie nahm ihre Untersuchungen ernst. Ein bisschen verwirrt, doch auch dankbar verabschiedete sie sich ...
Deutsche Wächter
In dieser Woche hatten wir Besuch von einer Gruppe von 32 deutschen Wächtern. Diese Gruppe ist mit nur einem Ziel nach Israel gekommen: Jeden Tag besteigen sie die steilen Treppen, um Gottes Wort von Wiederherstellung, Trost, Vergebung und Versöhnung über die Stadt und über das Land zu proklamieren. Jeden Morgen melden sie sich, gewappnet mit ihrem Schwert, die Bibel, am Eingang des Jaffa-Tors. Für Joke und mich ist das eine große Ermutigung. Noch nie zuvor reiste eine Gruppe nur deswegen nach Jerusalem, um tägliche Touren auf der Mauer zu unternehmen. Sieben Mal laufen sie mit. Und am Sonntag kommt noch eine zweite Gruppe junger Deutscher hinzu. Sie sind hier, um Gott an Sein Wort zu erinnern, um den Weg zu bahnen, um Steine aus dem Weg zu räumen. Dafür werden wir still.
Dennoch werden immer mehr Gläubige mit diesem Ziel vor Augen nach Israel kommen. Ich schrieb das schon einmal: Der Tag bricht an, dass Touristen und Pilger nicht länger wegen der bedrohlichen Situationen nach Israel kommen werden. Aber die Wächter werden aufstehen. Ein gideonitisches Heer, das sich nicht durch erschwerte Umstände einschüchtern lässt. Ein Heer (junger) Erwachsender, das bereit ist, für ihren älteren jüdischen Bruder in die Bresche zu springen und den 'Becher zu trinken'.
Diese Gruppe deutscher Gläubigen sind wirkliche Vorläufer. Es beginnt eine neue Bewegung. Neuer Wein in neuen Schläuchen. Israel und Gottes Volk werden wieder eine prominente Rolle in der Endzeit erfüllen. Die Lösung wird ja doch in Israel stattfinden. Der Messias wird hierhin zurückkehren und Gott wird 'auf dem Berg Zion' wohnen (Psalm 132:13,14).
Von Rom nach Jerusalem
Die Kirche ist inzwischen in großer Verwirrung. Aktiver wie nie zu, aber aufs Ziel gerichtet und nach der Richtung suchen ... Prediger raufen sich die Haare und haben keine Idee, wohin sie ihre Herde Schafe führen sollen. Und es liegt doch so auf der Hand: Die Feuer(-Wolken-)Säule steht mittlerweiler wieder darüber, wo sie seit den Anfängen hingehört: Über Jerusalem! Das Kirchenschiff wird eine dramatische Kursänderung machen müssen. Von Rom zurück nach Jerusalem. Wer Jerusalem segnet, wird gesegnet! Und dann spreche ich nicht von einem Israelsonntag pro Jahr ... nein:
'Wegen Zion kann ich nicht schweigen. Wegen Jerusalem werde ich nicht ruhen ... O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern gestellt, die fortdauernd bei Tag und Nacht nicht schweigen werden' (Jesaja 62)
Daran muss man sich erst gewöhnen ...
Ihr, die ihr das lest, seid aufmerksam! Seid wachsam. Beginne, die Bibel vom Anfang an zu lesen. Lies die Propheten, lies die Texte hier auf der Website (Proklamationen). Lauf nicht länger einfach mit den toten Fischen im schlammigen Medienstrom, der leider viele Kirchen vergiftet hat, mit, sondern schwimme als ein lebendiger Fisch gegen diesen Strom. Erfüllt von Gottes Geist, als würzendes Salz und als strahlendes Licht.
Wer weiß – vielleicht sehe ich dich bald auf den Mauern Jerusalems.






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