Wächterwoche in Jerusalem vom 2-9.1.2010 PDF Drucken E-Mail

Wir waren eine „bunte“ Truppe, aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands und Freunden aus Holland. Gemeinsam haben wir uns auf das Abenteuer eingelassen: Ins Neue Jahr starten auf den Mauern von Jerusalem. Was heißt es, ein Wächter zu sein? Was bewegt Gottes Herz? Was bedeutet sein prophetisches Wort für diese Zeit in der wir leben? Was ist Gottes Plan mit Israel und den Nationen? Welche „Rolle“ spielen wir als Gemeinde, wie hat Gott sich das eigentlich gedacht? Wir waren uns alle einig, diese Woche, diese Investition, Zeit und Geld, das hat sich alles gelohnt. Wir wurden selber reich beschenkt! Herzen wurden berührt und Entscheidungen gefällt, wir wollen nicht mehr schweigen, wir wollen entschlossen auf der Seite des jüdischen Volkes stehen. Freundschaften wurden geknüpft und der Wunsch geweckt: Wir kommen wieder um als Wächter auf den Mauern von Jerusalem zu stehen.

Andrea Schard berichtet:

„Keine andere Nation kann dem jüdischen Volk so dienen wie ihr Deutschen! Jesus sagte: Wem viel vergeben wurde, der liebt viel….“

Mit dieser Einleitung unterstrich Bart Repko gleich zu Beginn unserer Wächterwoche, welch besondere Rolle uns als Deutschen vom Leib Jesu zukommt, das jüdische Volk zu segnen und zu trösten sowie als Wächter Gott an Sein prophetisches Wort zu erinnern nach Jesaja 62,6-7.

Am nächsten Tag erlebten wir sehr konkret, wie Trost und Segen aussehen kann:

Wie jeden Morgen stiegen wir am Jaffator zum Proklamieren auf die Mauer. Nach kurzer Zeit stieß eine niederländische Jüdin (ca. 75 Jahre alt) zu unserer Gruppe. Sie hatte den Holocaust überlebt, ihre Familie verloren und kam mit ihrer Betreuerin an diesem Morgen auf die Mauer – warum, konnte sie selbst nicht sagen, zumal sie nur eine halbe Stunde Zeit hatte.

Der Heilige Geist leitete uns und bestätigte, was Bart am Tag zuvor betont hatte. Als Deutsche las ich für diese Frau die Worte aus Jesaja 60,14: Und gebeugt werden zu dir kommen die Söhne deiner Unterdrücker, und alle, die dich geschmäht haben, werden sich niederwerfen zu deinen Fußsohlen..“(Elbf), und sprach sie persönlich an. Als Vertreter/innen der Generation von Töchtern, Söhnen und Enkeln der deutschen Tätergeneration konnten wir uns beugen. Die Frau war sichtlich bewegt und berührt von dieser Begegnung, die kein Mensch „arrangiert“ hatte und die sie wie einen göttlichen Trost annehmen konnte. Auch uns als Gruppe bewegte diese Begegnung zutiefst und schenkte uns große Dankbarkeit unserem Gott gegenüber, dass durch uns hindurch dieser Trost vom Herzen Gottes fließen durfte.

In den letzten zwei Jahren beschäftigte ich mich erneut mit dem Zeugnis von Corrie ten Boom und auch mit dem „Tagebuch der Anne Frank“. Mir wurde bewusst, wie viel Leid wir unserem niederländischen Nachbarvolk angetan haben. Da ich lange nach der Kriegszeit geboren wurde und vor allem Schilderungen aus der NS-Zeit in den Ländern Polen, Tschechien, Frankreich sowie den Kriegsschäden in den Staaten der Alliierten kannte, fehlte mir zuvor der Aspekt über das Volk der Niederlande. Daher ist es eine besondere Freude – und Gnade! – dass uns Holländer wie zum Beispiel Bart und Joke Repko und auch Ton und Tineke Nennie dienen, um in unsere Berufung zu finden, mit uns gemeinsam einen Weg gehen! Danke, Ihr holländischen Geschwister, dass Ihr damit verkündigt, dass das Blut Jesu auch für diese Abgründe ausreicht! Wir haben es nicht verdient – aber wir freuen uns drüber! Vor allem danken wir auch denen, die wegen uns keine „holländische Wächtertour“, sondern eine „englisch-deutsch-sprachige Tour“ hatten!

Kommentar schreiben

Bitte alle Felder ausfüllen.